Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen,

Jörg Becker Friedrichsdorf

Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf

Die unablässige Suche nach immer mehr Informationen versperrt den Bli- Mittck für das, was wirklich wichtig ist. Oft ist weniger mehr. Business Intelligence generiert vor allem Basisinformationen für zukunftsorientierte Prognosen und Planungen

Wissensmanagement – Big Data ist nicht Big Wissen.

Reduktion der Komplexität:

man muss gründlich nachdenken, um aus der schieren Datenflut wirklich benötigtes Wissen herauszufiltern

Vom Data Mining vollzieht sich in Form von Reality Mining ein lautloser Übergang zur Analyse ganzer Lebensmuster realer Menschen. Die solche neuen Realitäten schaffen, Macht ausüben und damit ihr Geld verdienen, können sie selbst in kleinsten Stücken vermarkten und die eigentlichen Eigentümer der Datenrechte nicht nur enteignen, sondern sie auch kontrollieren oder gar manipulieren

Nüchternes Kalkül ist manchmal besser als Erfahrungswissen: umgekehrt kann auch eine kalt kalkulierte Wahrscheinlichkeitsrechnung in die Irre führen, wenn hierbei zugrunde gelegte empirische Parameter falsch gesetzt wurden. Philosophisch betrachtet könnte man Wahrscheinlichkeit auch als den Grad des Glaubens an die Wahrheit definieren. 

Journalisten sind (sehen sich gerne als) Welterklärer: um das, was um uns geschieht, für Leser verständlich darzustellen (zu machen). Unabhängig von der Technik und von dem Medium, für welches ein Journalist arbeitet. An erster Stelle steht nach wie vor (noch) das Gedruckte. Das gedruckte Layout kann auf einen Blick ein vielseitiges Kaleidoskop interessanter Sachverhalte bieten. Da die Welt nun einmal so ist wie sie ist können (müssen) Druck und Netz auch in der Medienwelt nebeneinander, besser miteinander, existieren. Noch immer ist der Mensch entscheidend, dessen Kenntnis und Kreativität die Qualität von Wissenstransfers prägt. 

Wichtig ist, sich vor Augen zu halten, dass ein Modell nie besser ist als die Annahmen, mit denen man rechnet. Zudem kann immer auch Unvorhergesehenes passieren. Deshalb versucht man in der angewandten Mathematik, fehlende Parameter so zu schätzen, dass sie zum bisherigen Verlauf passen. Die Kunst dabei ist, richtig zu modellieren, also mathematische Modelle für ein reales Problem zu erstellen.

So wie damals die Dampfmaschine das Ausüben von Arbeitskraft verstärkt hat, so erweitert heute der Computer die Möglichkeiten, Wissen aufzufinden. Das Starten einer digitalen Suchmaschine zur Erschließung von Wissen im Internet geht schneller und leichter als die Befragung eines Experten. Die Welt wird quasi am Bildschirm lesbar, das Wirkliche zum Bestand gemacht. Die Automatisierung von Expertenwissen bringt in einer informationsüberfluteten Gesellschaft Vorteile. Aber so wenig, wie Menschen vollständig von Dampfmaschinen abgelöst wurden, so wenig wird man auch trotz Internet auf Experten verzichten können. Aber weil jeder Wissen googeln kann, bleibt nicht alles so wie es ist. Die Autorität von Experten basiert jetzt weniger auf dem Umstand, mehr zu wissen. Als vielmehr darauf, den strukturellen Überblick zu besitzen, um neues Wissen  angemessen und sachgerecht bewerten und einordnen zu können. Denn Suchmaschinen automatisieren das Finden von Wissen, nicht aber seine Produktion. 

Nicht wenige fühlen, das alles, was in zahllosen Rechnern an Daten wahrgenommen und verarbeitet wird, nicht ausreichen wird, um für die Welt, in der wir uns bewegen, benötigtes Entscheidungswissen zu erzeugen. Der Versuch, fehlendes Wissen, durch Berücksichtigung von immer mehr Informationen zu kompensieren, führt in eine Endlosschleife. Mögliche Erklärung sind u.U. konzeptionelle Defizite, beispielsweise: dass die Potentiale, die Informationsbedürfnisse des Managements umfassend und flexibel abzudecken, viel zu hoch angesetzt werden, dass die Vorstellung vom „vernetzten Manager“ oder „gläsernen Unternehmen“ in der Realität als überzogen erscheint. Was nötig ist, sich Grenzen des Wissens einzugestehen und sich nicht mit immer mehr Informationen über dessen Fehlen hinwegzutäuschen. Es braucht Personen, die den Mut haben, ohne Rechthaberei zu ihrem fragilen Wissen zu stehen.

Komplexität als eine Eigenschaft der uns umgebenden Welt zu akzeptieren, bedeutet, sich darauf einzulassen. Komplexität ist ein Zustand, der sich in ständiger Veränderung in Bezug auf das Ganze befindet. Es geht um das Verständnis der eigenen Rolle bei der Auseinandersetzung  mit den Problemen, die zum einen aus Absichten, Zielen und Plänen, zum anderen aus den vorgefundenen Bedingungen resultieren. Die Situation ist der Betrachtung eines komplizierten Kunstwerks im Halbdunkel vergleichbar, dessen einzelne Facetten durch die Beleuchtung aus jeweils verschieden ausgerichteten Lichtquellen unterschiedliche deutlich hervortreten, d.h. komplex geht es zu, wenn es unüberschaubar, vernetzt, eigendynamisch, undurchsichtig, wahrscheinlichkeitsabhängig oder instabil ist.

Auf der Basis von datenzentrischen Produkten (Sammlung und Aufbereitung von Daten) sind neue Geschäftsmodelle entstanden. Dabei geht es um die Fähigkeit, externe Daten- und Wissenssammlungen mit der eigenen Informationsbasis zu verknüpfen: durch die bedarfsgerechte immer wieder neue Kombination von Daten entstehen neue Möglichkeiten und Wertschöpfungsnetze. Der Fokus liegt nicht mehr auf der Produktion physischer Güter, sondern konzentriert sich im Sinne einer immateriellen Wertschöpfung auf die Sammlung und Aufbereitung von Informationen. Der Schlüssel ist die Evaluierung und Auswahl relevanter Informationen. Das weltweite Informationsvolumen verdoppelte sich etwa alle zwei Jahre. Es kommt also darauf an, Ordnung zu schaffen und den geschäftlichen Wert der Daten für bessere Entscheidungen und Prozesse zu erschließen. Die Qualität von Informationen steht und fällt mit der Qualität der Datenbasis. Wenn Datenqualität und Informationsqualität auseinanderklaffen, versinken wir im Treibsand der Daten.

Menschen nutzen ihre Fähigkeiten, Muster zu erkennen und zu verstehen, um sich Entscheidungen zu erleichtern, um Vorteile zu erlangen oder um Leid zu vermeiden. Wichtig ist, dabei auf das Wissen um widerkehrende Muster zuzugreifen, damit nicht jede Entscheidung immer wieder von Grund auf neu be- und durchdacht werden muss. Auch Wirtschaft und Märkte verlaufen gemäß Mustern. Manche dieser Muster werden als Zyklen bezeichnet. Sie ergeben sich aus natürlich auftretenden Phänomenen, aber auch dem Auf und Ab der menschlichen Psyche und dem daraus resultierenden Verhalten. Gewisse Ereignisse widerfahren allen, die in einem bestimmten Umfeld arbeiten, gleichermaßen. Aber nicht alle hören gleichermaßen auf sie. 

Kreativität ist eine Black-Box, von der niemand weiß, was drinnen vorgeht.  Zwar können Computerprogramme Quizfragen beantworten oder medizinische Diagnosen erstellen. Aber was ist mit einer weitere Domäne des Menschen: der Kreativität? Ist Kreativität so etwas wie ein Etikett, das man auf kognitive Prozesse klebt, solange man sie nicht versteht? Das Problem dabei: nach wie vor bereitet es Schwierigkeiten, menschliche Kreativität überhaupt verstehen zu können. Was eine Voraussetzung dafür wäre, den menschlichen Geist mit künstlicher Intelligenz nachzubilden. Eine einfache Form von Kreativität besteht darin, bekannte Elemente auf eine neue Weise zu kombinieren.

Damit Strategien wirken, müssen sie kommuniziert werden. Probleme bei der Umsetzung von Strategien können nicht zuletzt auch dadurch entstehen, dass eine Strategie so unklar formuliert ist, dass die für die Umsetzung Verantwortlichen nicht immer genau wissen, was überhaupt umgesetzt werden soll. Damit eine Strategie die durch sie erwünschten und erhofften Veränderungen aber überhaupt auslösen kann, muss sie auch nachvollziehbar an diejenigen kommuniziert werden, die sie umsetzen müssen. Eine geeignete Kommunikationsplattform hierfür ist eine Wissensbilanz.

Wie messen Menschen Risiken? Warum investieren manche mehr als anderer? Warum ändern Leute ihre Strategie, wenn sich die Einsätze in einem Spiel ändern? Eine komplexe Umwelt zwingt uns, Entscheidungen zu treffen, die ein Verständnis (eine Bewertung) von Risiko voraussetzen. Auf der einen Seite haben viele Menschen ihr Bewusstsein für Risiken geschärft, auf der anderen Seite gehen viele mit Risiken mit einer Art kollektivem Schulterzucken um. Viele Risikoarten, denen man ausgesetzt ist, werden als solche nicht erkannt, zumindest aber nicht wahrgenommen. Denn Entscheidungen über zukünftige Ereignisse muss man trotz aller Unsicherheiten treffen. Manche lassen sich eher von ihrem Bauchgefühl leiten, andere dagegen bewerten ihre Optionen eher nüchtern kalkulierend, Vor- und Nachteile gegeneinander abwägend. Das ganze Leben ist zwangsläufig riskant. 

Immer mehr Daten sammeln ist schön und gut: nur nutzt es wenig, wenn mit den Daten nichts passiert. Ob nun Geschäftsdaten, Kundendaten, Inhalte aus dem Web, Kommunikation zwischen Maschinen oder soziale Netzwerke: über allem steht stets die richtige Frage: d.h. wer in großen Datenbergen gute Antworten finden will, braucht gute Fragen. Man kann heute zwar über bessere Software und Methoden verfügen, die Daten zu analysieren: doch auch gesteigerte Rechenleistungen entbinden nicht vom effektiven Informationsmanagement und der Kernfrage: was soll mit welchen klar umrissenen Zielen analysiert werden? Einerseits sitzt man mit jenen angesammelten Datenbergen auf einem Wissensschatz, hat aber andererseits manchmal eher nur unklare Vorstellungen darüber, wie dieses schwer durchschaubare Geflecht eigentlich zu heben und auszuschöpfen wäre

Ohnehin war klar, dass das Moore´sche Gesetz als eine Exponentialfunktion nicht in alle Ewigkeit so weiter fortgeschrieben werden konnte. Aber die Welt dreht sich trotzdem weiter, und zwar immer schneller: nie wieder wird sich die  Welt so langsam verändern wie heute So könnten mit den Erkenntnissen von Neurowissenschaften Fortschritte erzielt werden, die derzeit noch außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft liegen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass ein menschliches Gehirn (für manchmal unglaubliche Leistungen) nur gerade einmal zwanzig Watt verbraucht, um zu funktionieren. 

Erfolgsplanung und Entscheidungsfindung sind komplexer geworden

Das Entscheidungsumfeld ist laufenden Veränderungen unterworfen: durch die Globalisierung erweiterte Wirtschaftsräume, durch das Internet neue Interaktions- und Veränderungsdynamiken. Keine Einzelperson verfügt über genug Wissen, um sämtliche Möglichkeiten einer solchen ungeheuren Komplexität noch sicher verstehen und kontrollieren zu können. Wer aber das umgebende Geschehen nicht mehr vollständig erfassen kann, muss Wissenslücken, Zielkonflikte und Kontrollverluste in Kauf nehmen. Immaterielle Ressourcen sind nicht monetär bewertbar. Das Intellektuelle Kapital beruht auf dem Wissen und Können, der Kreativität und Kooperationsbereitschaft von Menschen. Voraussetzung ist eine genaue und detaillierte Analyse aller zugrunde liegenden Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Es geht um die Fähigkeit, neues Wissen zu erkennen und zielführend verarbeiten zu können. 

Kommunikation alternativer Businessoptionen und Strategien

Zwar können Computerprogramme Quizfragen beantworten oder medizinische Diagnosen erstellen. Aber was ist mit einer weiterer Domäne des Menschen: der Kreativität? Ist Kreativität so etwas wie ein Etikett, das man auf kognitive Prozesse klebt, solange man sie nicht versteht? 

Mit Kompetenzanalysen Erfolgspotenziale aufspüren - Changemanagement mit Startup-Mentalität (Kindle Edition, Denkstudio J. Becker)

Lohnt sich immer das Wagnis des Neuen, oder sollte man manchmal doch lieber auf Bewährtes setzen? Entscheidungsunterstützung bietet die Lindy-Regel: je länger ein System oder Prinzip bereits existiert und funktioniert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in Zukunft noch existieren und funktionieren wird. Denn wenn auch jede Gesellschaft dringend Innovationen und Erfindungen braucht, sind diese aus der Sicht eines Einzelnen nicht immer nur vorteilhaft.

Im Becker Eigenverlag erschienen - Mittelstand Decision Support Tools

Wenn Datenqualität und Informationsqualität auseinanderklaffen, versinkt man im Treibsand der Daten: Datenmenge und Gedankenmenge verhalten sich nicht proportional zueinander: Überschüssiges ist individuell betrachtet „Informationsmüll“, der im allgemeinen Kommunikationsrauschen verschwindet. Mit unseren vorhandenen kognitiven Kapazitäten müssen wir unter einem immer größeren Informationsangebot auswählen; auch wenn wir ausblenden, werden wir gefordert, einen immer größeren Teil auszublenden. Es ist somit eine wichtige Fähigkeit, verwerfen und gewichten zu können und auch mit der Mehrdeutigkeit von Informationen leben zu können, die sich nicht sofort und genau 1:1 einordnen lassen.

Personalbezogene Fragestellungen sollten bereits bei der Strategieentwicklung berücksichtigt werden und nicht erst, wenn das Personal mit seinen Qualifikationen, Fähigkeiten, Kompetenzen zum Engpassfaktor wird. Da Intellektuelles Kapital nicht beliebig und meist auch nicht kurzfristig an die gewünschte Strategie anpassbar ist, gilt es, von Beginn an die Ressource "Personal" zu entwickeln, um dann darauf aufbauend, überhaupt erst anspruchsvolle Strategien entwickeln zu können.

 

Entscheidungsunterstützung Wissensmanagement Kompetenznetzwerk

 Information on demand

Zahlen ja, im Vordergrund stehen aber „weiche“ Faktoren: es wird versucht, ökonomische Einflussfaktoren nicht nur als absolute Zahlengrößen, sondern vor allem in ihrer Relation zueinander und somit in ihren dynamischen Wirkungsbeziehungen zu sehen. Für eine Lösung vieler strategischer Probleme geht es um neue Impulse durch das Hinterfragen oft ausgetretener Trampelpfade. Zu den Instrumenten der Entscheidungsunterstützung zählen Analysen auf Basis personenbezogener Kompetenzanalysen und raumbezogener Standortanalysen. Verbindende Elemente dieser beiden Grundpfeiler sind das Intellektuelle Kapital und bilanzgestützte Decision Support Tools. Denn Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Gebrauch vermehren lässt. 

99 Gründe, ein freier Journalist zu sein - Gewinn der Ausschreibung eines Kultur-Wettbewerbs des DJV Hessen

Entscheidungsunterstützung und Erfahrungswissen (Wissensmanagement)

Eigenverlag Support Tools Entscheidungsunterstützung Jörg Becker

Abi63 Schaukasten Nr. 11 - Klassentreffen Widerhall Berufliches

Becker Eigenverlag Storytelling - Umwelt Betriebswirtschaft Support Tools

Für einen Waldspaziergang braucht man neuerdings starke Nerven. Das Baumsterben der achtziger Jahre, dass damals eine ganze Generation prägte, war gegen heute harmlos. Damals lagen die Gegenmaßnahmen immerhin auf der Hand – heute bekommt man auf Schritt und Tritt die eigene Machtlosigkeit in einem globalen Wirkungsnetz vor Augen geführt. Wassermangel gab es zwar auch in hiesigen Breiten immer wieder einmal in kurzen Episoden. Aber die Trockenheit jetzt ist wohl nicht mehr normal, nicht in der Fläche und nicht in der Tiefe. Seit der Französischen Revolution hat es eine Dürre wie die aktuelle nicht gegeben. Die Situation, was Bodenfeuchte und Grundwasser angeht, hat sich weiter verschärft. Fachleute sprechen von durch Temperaturverschiebungen ausgelösten Großwetter-Blockaden, was Hoch- und Tiefdruckgebiete erlahmen und die generell die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen steigen lässt. Niemand ist eine Insel, auch nicht die Betriebswirtschaft. Sie muss reagieren, und dies zeitnah mit einer ökologischen Erfolgsmessung. Um alles dies realitätsgerecht abbilden zu können, müssen betriebswirtschaftliche Instrumente hinterfragt und neu ausgerichtet werden.

Becker Eigenverlag Kompetenznetzwerk - Business Tools Planung Strategie

Business Intelligence Tools - Becker Wissensmanagement Denkstudio

Im Sinne einer Schwarmintelligenz soll sich jeder mit jedem vernetzen. Mitarbeiter sollen nicht nur enge Abteilungsziele verfolgen, sondern zum Wohl des Ganzen eingesetzt werden. In disruptiven Zeiten der Digitalwirtschaft muss man flexibel sein (werden) und wie ein Startup neugierig der Zukunft entgegen fiebern. Zu bestimmten Themen und Aufgaben kann man sich zu Schwärmen organisieren und autonom, unabhängig von Kommunikationsbarrieren agieren. Niemand soll mehr warten müssen, ob man hier oder da dies oder jenes tun könnte. Nur die zu lösende Aufgabe zählt (als Ganzes). Hierfür am besten geeignet sind hochmotivierte und kompetente Leute, die sich in einer Netzwerkstruktur gut zurechtfinden können. Agil ist das neue Zauberwort. Zukunft darf nicht mehr nur die Fortsetzung der Vergangenheit mit anderen Mitteln sein. Die Devise: mehr Mut zu Versuch und Irrtum. Gesetzt wird auf das Prinzip „fail fast“ – wenn schon scheitern, dann aber bitte schnell.

In regelmässigen Abständen werden von Jörg Becker zu Themen "Personalentwicklung" und "Standortanalyse" Whitepaper verfasst

Wirtschaftsförderung Akquisition Bestandspflege - Support Tools Becker

Trotz noch so umfassender und detailreicher Standortanalysen wird es auch Planungs- und Entscheidungsprobleme geben, für die der Detailgrad der zur Verfügung stehenden Indikatoren nicht ausreichend wäre und deshalb ausgewählte Einzelfaktoren zum Gegenstand umfangreicher Sonderanalysen gemacht werden müssen. Wenn aber der Standort-Bildschirm zielgenau auf bestimmte Einzelaspekte ausgerichtet und „gezoomt“ werden soll, muss dabei trotzdem  zu jeder Zeit der systematische Gesamtzusammenhang gewahrt bleiben. D.h. alle Standortfaktoren sollten durchgängig in ihren Bewertungen, Messungen, Wirkungsbeziehungen und Auswertungen abstimmfähig gehalten werden. Die rechnerische Auswertung von zahlreichen Einzelindikatoren wird erst dann fruchtbringend, wenn sie zu Kennzahlenbündeln führt, die standortrelevante Informationen sinnvoll ordnen.

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Eigenverlag Becker Tools - Denkstudio Friedrichsdorf Kompetenznetzwerk

In multidimensionalen Verflechtungen mit Zielkonflikten und Wissenslücken werden Entscheidungen komplexer. Da großvolumige Datenmengen exponentiell steigen, wird das menschliche Expertenwissen mit der Analysepower der Maschine zusammengeschaltet: In einem integrierten Modell mit intellektuellen Kapitalarten strategische Räume mit Erfolgsfaktoren und Hebelwirkung erkennen. Das ganzheitlich konzipierte Modell einer Wissensbilanz, bestehend aus Humankapital, Strukturkapital, Beziehungskapital, Intellektuellem Kapital und Finanzkapital, schafft viel Raum für differenzierte Strategien. Das richtige Management strategischer und externer Risiken, bietet Möglichkeiten, potentielle Bedrohungen in Chancen zu transferieren. Allerorten herrschen Zahlen: quantifizierendes Denken steht so sehr im Vordergrund, dass manchmal qualifizierende und erfahrungsorientierte Analysen kaum mehr durchzudringen vermögen. Eine Wissensbilanz bedeutet zugleich auch immer eine intensive Kommunikation, um einen strategischen Fokus zu erreichen und hätte allein schon dadurch ihre Daseinsberechtigung, wenn durch sie im Diskurs Klarheit und Einigkeit über die zu verfolgenden Strategien erreicht würde. Wissensintensive Märkte erfordern Management of Change, Frühwarnung und Risikokontrolle mit Turning Knowledge into Cash.

Die Optimierung des Selbst erfasst immer mehr Lebensfelder und –beziehungen, d.h. es geht längst nicht mehr nur noch um Beruf und Karriere. Die moderne Kultur des Erfolges ist ein sich selbst verstärkender Prozess: Unscheinbare Erfolge zählen im Klima einer Erfolgsfixierung nichts. Es geht um Sichtbarkeit und Ranglisten. Nur sichtbare (möglichst für alle) Erfolge zählen wirklich. Unzählige Ratgeber befeuern dieses Denken und Fühlen. Nur die Erfolglosen verharren unscheinbar in ihrem stillen Kämmerlein.  

J. Becker Denkstudio - besser originell statt konform

Nonkonformisten stellen immer Fragen, haben immer neue Ideen, um ein Problem zu lösen. Sie bringen Ordnungen durcheinander und hinterfragen Autoritäten. Kreativität heißt neue Ideen zu kreieren, Originalität heißt, dass man Ideen auch zum Erfolgt führt und gegen Widerstände ankämpft. Manche haben zwar tolle Ideen, machen aber nichts aus ihnen. Originelle Menschen schließen die Kluft zwischen Vision und Realität. Um Wandel zu ermöglichen,  braucht es genügend Raum für Initiativen. Es gibt wenig originelle Leute, die nur zwei brillante Ideen haben. Die meisten hatten eher zwanzig oder dreißig Ideen, darunter achtzehn oder zwanzig, aus denen nichts wurde. Je mehr Ideen man hat, desto wahrscheinlicher, dass etwas Originelles dabei ist.

 

Lohn der Schule

 

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Immer mehr Daten sammeln ist schön und gut: nur nutzt es wenig, wenn mit den Daten nichts passiert. Ob nun Geschäftsdaten, Kundendaten, Inhalte aus dem Web, Kommunikation zwischen Maschinen oder soziale Netzwerke: über allem steht stets die richtige Frage: d.h. wer in großen Datenbergen gute Antworten finden will, braucht gute Fragen. Man kann heute zwar über bessere Software und Methoden verfügen, die Daten zu analysieren: doch auch gesteigerte Rechenleistungen entbinden nicht vom effektiven Informationsmanagement und der Kernfrage: was soll mit welchen klar umrissenen Zielen analysiert werden? Einerseits sitzt man mit jenen angesammelten Datenbergen auf einem Wissensschatz, hat aber andererseits manchmal eher nur unklare Vorstellungen darüber, wie dieses schwer durchschaubare Geflecht eigentlich zu heben und auszuschöpfen wäre.

Um wichtiges Wissen über Märkte, Mitbewerber, Innovationen und Veränderungen im Umfeld des Unternehmens zu erhalten sollten die in einer Datenbasis abgelegten Informationen in Zusammenhänge, d.h. Relationen gebracht werden. 

Wenn es zu den herausragenden Aufgaben des Personalmanagements gehört, dafür Sorge tragen, dass immer die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz für wirtschaftliches Handeln die Verantwortung trägt, so wäre angesichts der Finanzkrise die Antwort hierauf wohl mit einem oder mehreren dicken Fragezeichen versehen. 

Informationspotenzial Mitarbeiterbefragung. Marktforschungsinstrument für den internen Kunden „Mitarbeiter“. Das Unternehmen hat nicht nur externe Kunden, sondern auch interne Kunden, nämlich seine Mitarbeiter. 

Mitarbeitergespräche können zum besseren Betriebsklima beitragen. Ein Unternehmen hat nicht nur externe, sondern auch interne Kunden. Die internen Kunden des Unternehmens, nämlich die Mitarbeiter, haben in manchen Punkten durchaus ähnliche Eigenschaften und Bedürfnisse wie die externen Kunden. Ein gutes Betriebsklima gehört zum wichtigen Kapital eines Unternehmens, das allerdings in keiner Bilanz aufgeführt wird.

 Mit dem Instrument einer Personalbilanz kann nicht nur das „Was-ist“, sondern auch das „Was-sein-könnte“ (Potenziale, Perspektiven) verdeutlicht werden. Bei der vielfältigen Problematik einer Beurteilung von Personen spielen „weiche“, oft als nicht bewertbar beurteilte Personalfaktoren eine immer wichtigere Rolle. Personalauswahl, Managerbewertung oder Kreditscoring wären nur einige aus einer ganzen Reihe möglicher Beispiele. Über die Personalbilanz können diese „Intangibles“ einer transparent nachvollziehbaren und einheitlich durchgängigen Bewertungssystematik zugeführt werden.

 Geduld kann für die Karriereplanung oft der entscheidende Erfolgsfaktor sein: die Fähigkeit, sich nicht sofort für das Erstbeste zu entscheiden, sondern sich (auch mit Hilfe der Phantasie) konsequent auf die Zukunft zu konzentrieren, wird am Ende oft belohnt. 

Die Spuren eines Nutzers werden mit den verschiedensten technischen Finessen verfolgt: „um sie nicht zu verlieren, wird eine kontinuierliche Kette an Hinweisen gelegt, die die Wiedererkennbarkeit auch dann sicherstellt, wenn die Nutzer auf Websites unterwegs sind, die keinen Like-Button von Facebook haben“. 

Wenn in der Bildung wahlweise mit Begriffen wie beispielsweise Globalisierung, Chancengleichheit, Wissensgesellschaft, sozialer Zusammenhalt, Standortsicherung oder Inklusivität agiert wird, werden Erfolge über Bildungsstatistiken (und nur über sie) nachgewiesen: „X Prozent aller deutschen Schüler haben Frühenglisch, werden gerade medienkompetent gemacht oder lernen Präsentiertechniken, erwerben die Hochschulreife – auch wenn völlig unklar ist, ob das im Einzelfall etwas Bestimmtes bedeutet“. 

Im Geschäftsmodell von Suchmaschinen werden möglichst viele Daten gesammelt, geordnet und dann möglichst gewinnbringend als irgendwie aufbereitete Informationen zu Geld gemacht. Alles, was einmal in die Fänge von solchem Datenhunger geraten ist, wird allein aufgrund des Tatbestands der Abschöpfung zu einem Kriterium und Bewertungsmaßstab der Bonitätsprüfung erhoben. Auf dem Nährboden von Geschäftsinteressen hat sich somit ein neues Modell der Organisation von kollektivem Wissen entwickelt

Abi63 Schaukasten Nr. 14 - Bildung Expertise Erfahrung Kommunikation

 Das Schachspiel lebt vom ständigen Durchrechnen verschiedener Varianten: ein Vorgehen, das häufig auch im Beruf angebracht erscheint. Im Schachspiel gibt es oft derart komplizierte Stellungen, dass es nahezu unmöglich ist, alle möglichen Varianten auf Erfolg oder Risiko hin durchzurechnen. 

 Eine pluralistische Gesellschaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie unterschiedliche Positionen und Anschauungen (religiös, politisch, weltanschaulich) in sich aufnimmt und anerkennt, dass keine dieser Perspektiven einen prinzipiellen Geltungsvorrang für sich in Anspruch nehmen kann. 

 

Free-Lunch-Theorem

 

Es gibt nichts umsonst auf dieser Welt, irgendeiner muss die Zeche am Ende zahlen. Auch wenn Regierungen ihren Bürgern vorgaukeln, sie mit Wohltaten zu beglücken, ohne das es etwas kostet.

 

Die Umsonst-Verheißung bleibt immer eine Illusion. Auch Staatsschulden gibt es nicht umsonst, die Rechnung kommt nur später und muss von Kindern und Enkelkindern beglichen werden, die gar nichts bestellt hatten. Die Schulden von heute sind eben die Steuern von morgen. Sofern aber der Zins, den die Staaten für ihre Schulden zahlen müssen, auch auf längere Sicht niedriger bleibt als das jährliche Wachstum, verschwinden die Staatsschulden mit der Zeit wie von Zauberhand. Ohne dass dafür die Steuern erhöht, die Ausgaben gekürzt und Kinder oder Enkel zur Kasse gebeten werden müssten. Denn der Schuldenstand im Zähler wächst langsamer als das Bruttoinlandsprodukt im Nenner. Also ein Schlaraffenland? Schaut man auf die Geschichte, ist Skepsis angebracht. Wie es kommen wird? Man weiß es nicht. Wissenschaftler haben jedenfalls festgestellt, dass die anthropogene Masse, also das Gesamtgewicht aller von Menschen produzierten und in Gebrauch befindlichen Dinge, das der globalen Biomasse bereits überschritten hat. Wobei das Meiste des Menschenwerks nicht aus Biosphäre, sondern aus Beton und aufgeschüttetem Sediment besteht. Allein in Häusern und Infrastrukturen steckt also mehr Material als in sämtlichen Bäumen und Büschen, und unser gesamtes Plastik wiegt das Doppelte aller Haus-, Nutz- und Wildtieren an Land und im Meer. All jenen, die damit hadern, dass sie ein paar Erbinformationen der Neandertaler erbten, mag es vielleicht ein Trost sein, dass auch diese Menschengruppe ihre Toten ehrte und bestattete. Seit mindestens 20 Jahren ist die Inflation niedrig. Trotz Spekulationsblasen und deren Platzen, trotz Finanzkrisen und nie dagewesener Geldschöpfungen der Notenbanken stiegen die Preise für Güter und Dienstleistungen kaum. Seit Jahren fürchten sich die Notenbanken eher vor der Deflation, also vor fallenden Preisen. Und denken sich deshalb immer neue Maßnahmen aus, kaufen immer mehr Anleihen, um dies zu vermeiden. Die Preise steigen trotzdem nicht schneller. Liegt es daran, dass der technische Fortschritt so vieles billiger macht? Sind die Gewerkschaften für Lohnerhöhungen zu schwach geworden? Viele Trends führen dazu, dass es künftig nicht mehr so viele Leute gibt, die die anfallenden Arbeiten erledigen können. In den vergangenen Jahrzehnten hatten die Menschen im arbeitsfähigen Alter sich um immer weniger junge und alte Menschen zu kümmern. Nie arbeiteten so viele für Geld. Und wenn die Löhne nicht steigen, bleiben auch die Preise unten. Auch hierzulande konnte sich die untere Mittelschicht wenig leisten, womit die Chancen geringer wurden, große Preiserhöhungen durchzusetzen. In den zwanziger Jahren beginnt der Renteneintritt der Babyboomer; Dann gibt es viele Leute, die ihre Rente genießen wollen, und wenige, die dafür arbeiten können. Aber China und die Demographie werden in Zukunft nicht mehr dazu beitragen, die Inflation niedrig zu halten. Und auch der technische Fortschritt kann noch den einen oder anderen Arbeitsplatz kosten. Andererseits gibt es in Indien und Afrika noch Milliarden armer Menschen, die in die Weltwirtschaft integriert werden können und dann einen ähnlichen Lohndruck auslösen könnten wie die Chinesen in den vergangenen Jahrzehnten. Am Ende bleibt offen, ob die Inflation tatsächlich zurückkommt. Sorgen machen sollte man sich allerdings darüber, dass Geld- und Fiskalpolitik darauf spekulieren, dass Niedrigzinsen noch extrem lange bleiben werden.

Wissensmanagement: Gute Antworten brauchen gute Fragen

 

Immer mehr Daten sammeln ist schön und gut: nur nutzt es wenig, wenn mit den Daten nichts passiert. Über allem steht stets die richtige Frage: d.h. wer in großen Datenbergen gute Antworten finden will, braucht gute Fragen. Man kann heute zwar über bessere Software und Methoden verfügen, die Daten zu analysieren: doch auch gesteigerte Rechenleistungen entbinden nicht vom effektiven Informationsmanagement und der Kernfrage: was soll mit welchen klar umrissenen Zielen analysiert werden? Einerseits sitzt man mit jenen angesammelten Datenbergen auf einem Wissensschatz, hat aber andererseits manchmal eher nur unklare Vorstellungen darüber, wie dieses schwer durchschaubare Geflecht eigentlich zu heben und auszuschöpfen wäre. Eines der großen Potentiale von Big Data: Suchanfragen gehen unglaublich schnell, d.h. kurze Antwortzeiten in Echtzeit ermöglichen einen neuen Umgang mit Daten 

Abi63 Schaukasten Nr. 16 - Klassentreffen Kommunikation Filterblase

In einer vernetzten und audiovisuell organisierten  Welt von morgen brauche man immer weniger Menschen, die lesen und schreiben können. Der Weg einer „oralen Gesellschaft“ zurück in die Mündlichkeit sei vorgezeichnet: die Erosion der Schriftkultur ist bereits an vielerlei Stellen zu besichtigen, die audiovisuelle Kommunikation befindet sich unaufhaltbar auf dem Vormarsch. So zeige sich der Verfall der Schriftkultur beispielsweise am starken Niveauverlust studentischer Seminararbeiten, an der bereits unter Akademikern mangelnden Fähigkeit, passable Briefe schreiben zu können, an der mangelnden Fähigkeit/Bereitschaft, umfangreiche Texte zu lesen. Das für viele mühsame Lesen und Schreiben werden nicht nur durch neue Technologien der digitalen Revolution bedroht, sondern nicht zuletzt durch zwischen Effizienz- und Wettbewerbsdruck bestehende Wechselwirkungen. Der Einklang aus Lesen, Schreiben und Rechnen sei nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt: eine Welt, in der es hochqualifizierte Eliten und eine mangelhaft qualifizierte Masse gebe, sei nicht mehr ferne

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Vernunft im Ungleichgewicht

 

Vernunft ist nicht per se neutral. Unsere Urteile werden oft rein intuitiv und unbewusst gefällt, nach dem, was man schon auf den ersten Blick zu sehen meint. Nicht einmal Intelligenz und Bildung begünstigen dabei Selbstkritik und Erkenntnisfähigkeit, sie verstärken nur, was ohnehin schon in der hintersten Gehirnecke schlummert: kognitive Verbohrtheit. Wenn man Gründe für sein Urteil nennen soll, kann man die nur hinterher generieren. Selbst bei dieser Fähigkeit zur nachträglichen Erklärung geht es nicht um Selbsterkenntnis, sondern darum, die eigene Position zu untermauern. Falls das wirklich stimmt, wäre es eine Schwäche des bewussten Denkens gegenüber der Intuition. Wenn man in der Gruppe lebt, wie es Homosapiens schon immer tat, reicht es nicht, überzeugt zu sein, das einem das letzte Stück Kuchen zusteht oder ein anderer für seine Unfairness bestraft werden soll: Man muss dafür auch überzeugende Argumente haben. Mit Selbstzweifeln kann man in solch kompetitiven Situationen nichts anfangen. Wenn uns einmal kritische Gedanken in den Sinn kommen, dann beziehen sich diese meist auf die Positionen anderer. So einfach, wie es uns fällt, zu begründen, warum unsere eigene Position zwingend richtig ist, so leicht fällt es uns auch, die Positionen anderer zu hinterfragen. Unter dem Begriff „Kulturgesellschaft“ wurden die Künste als Mittel zur Kompensation verstanden, die nicht nur die individuelle, sondern auch die politische und gesellschaftliche Zerrissenheit wenn nicht heilen, so doch lindern sollte. Die kulturelle Kluft zwischen Ost und West klafft nach wie vor, manche halten sie für tiefer denn je. Migranten-Parallelgesellschaften sind entstanden, mit denen kaum ein Austausch stattfindet, und an den Rändern der Gesellschaft sammeln sich immer mehr die Extreme. Die Kultur wirkt angesichts der Lage ziemlich ratlos. Die Überraschung der kulturellen Eliten an der West- und Ostküste der Vereinigten Staaten war, groß, als sie zur Kenntnis nehmen mussten, das ein Großteil des Landes völlig anders dachte und fühlte als sie. Der Präsident war ein Kulturschock für alle jene, die es nicht für möglich gehalten hätten, dass große Teile der Bevölkerung auf liberale Werte pfeifen würden. Oder wenn Autoren hierzulande wegen kritischer Äußerungen zur Flüchtlingspolitik unter dem Druck einer politischen Korrektheit unter intellektuelle Quarantäne gesetzt werden. Verzerrtes menschliches Denken kann man allerdings nicht magisch überwinden, denn die Selbstgefälligkeit unserer Vernunft ist nicht Fehlfunktion, sondern zentrale Aufgabe. Um das divergierende Denken vieler in geordnete Bahnen Richtung Erkenntnis zu lenken, bedarf es sozialer Institutionen. Kurzum, es braucht Anstrengung und Kulturleistung, um dem menschlichen Geist neutrale Vernunft abzuringen. In typischen argumentativen Suchbewegungen, wenn uns eine Position zusagt oder abstößt, zeigt sich, wie sich das Ungleichgewicht des Denkens auswirkt. Gefällt uns eine Position, dann fragen wir uns: Kann ich das glauben? Begegnen wir einer Position, die uns intuitiv nicht zusagt, fragen wir uns: Muss ich das glauben? Und suchen sofort nach Schlupflöchern, um das zu entkräften, was einer zutiefst menschlichen Verhaltenstendenz entspricht. Es ist eben genau dieses Denken, das die Evolution in uns angelegt hat, um Gemeinschaften nach innen zusammenzuhalten und nach außen abzugrenzen. Die Vernunft ist quasi eine PR-Abteilung, und wir sind die Pressesprecher, aber wer ist dann die Geschäftsführung? Diese Position bekleidet unser Egoismus genauso wie unsere moralische Intuition. Also letztlich tiefsitzende Mechanismen, geformt durch die Erfordernisse des Gruppenlebens, die uns unbewusst Urteile über richtig oder falsch fällen lassen. Man könnte diese vielfältigen Facetten von Vernunft und Denken mit Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig oder bitter vergleichen, die wir imstande sind, mit der Zunge wahrzunehmen. Die Empfindlichkeit dieser verschiedenen Geschmackssinne unterscheidet sich eben von Mensch zu Mensch.