Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf

 

Die Macht der Algorithmen wächst: sie steuern unser Leben, stehen mit uns auf, gehen mit uns schlafen. Algorithmen machten die Handlungen eines jeden Einzelnen berechenbar und vorhersagbar. Faszinierende Computerprogramme, gespeist mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, könnten, so propagieren viele Software-Gurus, einfach nicht irren: schon gar nicht im Vergleich zu den Beschränkungen eines menschlichen Gehirns. Abseits von aller Sachproblematik ist damit ein Knackpunkt angesprochen: die Gefühlswelt des Menschen.

Strategisches Denken braucht das Denken sowohl in Zusammenhängen als auch das Denken in Alternativen. Der Rohstoff "Wissen" ist hierbei der einzige Rohstoff, der sich durch Gebrauch sogar noch vermehren lässt und damit mit zum wertvollsten gehört, was ein Standort, ein Unternehmen oder eine Person besitzen. 

 

 

 

Wissensmanagement kann auch Personalbilanz

 

Betriebswirtschaftliche Strategiebetrachtungen

 

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Expertise und Background - Diplomkaufmann Jörg Becker

Mitglied u.a. bei:

Brainguide, Competence Site,

Deutscher Journalisten Verband,

dieRedaktion,

Förderverein der

Hohen Landesschule,

Verwertungsgesellschaft Wort.

 

 Erfolge können sich vor allem dann einstellen, wenn der Startup dazu bereit ist, sich unmittelbar und kritisch mit strategischen Fragen auseinanderzusetzen. Startups müssen Regelmäßigkeit mit Improvisation, Ordnung mit Elementen der Spontaneität (und manchmal auch Unordnung) verbinden können. Rückblicke können den Weitblick fördern. Sie sind als Übung manchmal unverzichtbar: um auch die Vergangenheit als Leitlinie für die Gegenwart und Zukunft zu nutzen. Ein Startup sollte (nicht nur aus eigenem Blickwinkel heraus, sondern auch aus Sicht von Kunden, Lieferanten, Partnern) sich darüber im Klaren sein, wie er im Hinblick auf Technologie, Produktivität und Kundenzufriedenheit dasteht.

Informationsdienste - Homo Oeconomicus und Entscheidungsträger
Informationsdienste - Homo Oeconomicus und Entscheidungsträger

 Mit der Festlegung von Finanz- und Wachstumszielen ist die Aufgabe eines strategischen Managements nicht abgeschlossen. Mit Hilfe von Performance-Kennziffern der Wissensbilanz wie -Marktanteile, Mitarbeiterfluktuation, Kundenzufriedenheit, Verspätungen in Produktion und Lieferung u.a.- können Manager rechtzeitig erkennen, wo noch Lücken zu den Kernzielen ihres Unternehmens bestehen. 

 

Die Wissensbilanz schlägt eine Brücke zwischen rein finanzwirtschaftlicher Analyse und langfristigen Strategien.

   

In Verbindung mit einer Wissensbilanz können mit dem Strategie-Check Freiräume für neue, kreative Lösungswege gefunden werden.

 

Der Strategie-Check bestimmt den „kritischen Weg“, denn wenn man nicht weiß, wohin man geht, landet man sehr leicht anderswo !

   

Strategisches Denken weckt das Denken in Alternativen.

  

Der Strategie-Check soll dabei Hilfestellung bieten, diese zu erkennen und mit ihren Potenzialen auszuloten.  

Da der Rohstoff „Wissen“ zum wertvollsten gehört, was man besitzt, muss dieser auch mit seinen strategischen Inhalten identifiziert und ausgeschöpft werden.  

 In der Welt der Big Data-Zahlenzauberer werden neben Arbeitsplätzen und Logistik auch Haushalt und Konsum gesteuert: die mathematischen Modelle müssen nur noch den Mensch mit seinem irrationalen, unvorhersehbaren Verhalten als Störfaktor ausschalten. „Das neue Gesellschaftsmodell verführt Menschen mit Annehmlichkeiten und Anreizen in berechenbare Verhaltensmuster“: in der Big Data-Gesellschaft wird das Subjekt (als Träger freier Entscheidungen) zum Objekt (mit errechneten Verhaltensweisen) umgeformt. Handlungsanweisungen könnten somit weniger aus selbständigem Denken, sondern eher aus Zahlenversprechen mathematischer Modelle entstehen

Becker - Ideenmamanagement ist Wissenmanagement
Becker - Ideenmamanagement ist Wissenmanagement

Ideenpotenziale ausschöpfen

Gute Ideen sind zu kostbar, um sie einfach wegzuwerfen. Selbst wenn sie im Moment nicht zu verwenden sind oder unsinnig erscheinen, könnten sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von Nutzen sein. Sie müssten dann ein zweites Mal erfunden werden, sofern dies überhaupt möglich ist. Ideen geschehen eher, als dass man sie auf Knopfdruck produzieren kann: im Nachhinein kann man in den seltensten Fällen erklären, wie man zu einer guten Idee/Problemlösung gelangt ist. Die Fähigkeit zur Produktion neuer Ideen und Problemlösungen liegt in der Kreativitätseigenschaft begründet. Kreativität ist eine wichtige Eigenschaft auf dem Weg zur Produktion von Wissen. 

Halbwertzeit und Verfalldatum Online-Texte - Gibt es eine gültige Norm für die optimale Text-Verweildauer ? - Themen mit Langfrist-Charakter anstelle der Leere hinter dem Link

 

Es besteht die Gefahr, dass das Internet an seiner eigenen Informationsfülle erstickt. 

Die Informationsverschmutzung schreitet voran.

 

Denn wenn das Internet, wie oft plakatiert wird, angeblich nichts vergessen kann, so wäre eine der ersten Voraussetzungen hierfür, dass es auch am Rande der
Hetzjagd nach"Frisch-Infos" liegende Dinge, überhaupt erst einmal auf- und wahrnehmen kann.

 

 Es entsteht eine neue Beziehung zwischen Natur und Technik. Erforscht werden „Landkarten des Denkens“. Wie ist ein Gehirn im Detail aufgebaut? Wie denkt der Mensch? Was genau geschieht dabei? Was steuert das Denken? Ist Denken beeinflussbar? Forscher kommen zu dem Schluss, dass heutige Computer zwar keine großen Kommunikatoren sein mögen, aber viel Potenzial haben, Gedanken zu lesen. Ob wir wollen oder nicht: wir werden uns mit Robotern mehr oder weniger anfreunden müssen. Sie werden mit uns kommunizieren, sich mit uns unterhalten, für und mit uns arbeiten.

 Ein Traum der Wissenschaftler ist das „lebende Labor“, das sämtliche Verhaltensmuster „sozialer Organismen“ misst. Für solche Abschöpfung von Datenmustern werden viele schöne Dinge versprochen, wie beispielsweise „intelligente Straßenlaternen, die die Bewegungsprofile der Bürger berücksichtigen“. Wie vieles im Leben hat jedes Ding aber auch eine Kehrseite: so auch eine solche datengetriebene, verhaltensgesteuerte Gesellschaft: über sozialen Druck könnte in umgekehrter Konsequenz  menschliches Verhalten gewissermaßen „designt“ werden (so wie es am besten in ein bestimmtes System passt). Bestimmt sollten nicht Verhaltensökonomen darüber bestimmen dürfen, welche Werte und Interessen aufgegeben oder gefördert werden sollten: freizügig im Netz verbreitete Wünsche und Präferenzen müssen noch lange kein tragfähiges Gesellschaftsmodell für die Zukunft abgeben.

 Aus Datenfragmenten, die Menschen mehr und mehr (meist unbewusst) hinterlassen, formen Informatiker ein digitales Spiegelbild. Welches Menschenbild wird da eigentlich für das Alltagsleben gezeichnet und verfestigt? Etwa der Mensch als beliebig steuerbares Betriebssystem ? eine überschaubare Typologie der Menschen, die man als Produkt der von ihnen abgefassten Daten meint, total verstehen und steuern zu können ? Wenn in einer totalvernetzten Welt jeder auch noch so kleine und unbedeutend erscheinende Datenschnipsel nach dem Motto „je mehr desto besser“ in eine soziökonomische Rasterung gerät, sollte man sich einmal fragen, ob Informatiker nach Belieben schalten und walten dürfen. Ohne darüber nachdenken zu müssen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen von ihnen erdachte Produkte und Algorithmen haben, welche gravierenden Einschnitte sie für das Leben jedes Einzelnen bewirken können.

Das Zahlenkleid eines Standortes muss vielen Anforderungen und Wünschen gerecht werden. 

Als da wären:

Es soll ein möglichst zeit- und wirklichkeitsnahes Abbild zu vielfältigen und komplexen Sachverhalten abgeben. 

Es soll möglichst transparent und nachvollziehbar sein, um als breite Kommunikations- und Diskussionsplattform die Vorbereitung von oft kontroversen Standortentscheidungen unterstützen zu können

Es soll die Basis für Vergleiche mit anderen Standorten bereitstellen

 Es soll Entscheidungs- und Informationshilfe für Ansiedlungsinteressierte gleichzeitig sein 

Es soll potentielle Investoren aufmerksam machen und für den Standort einnehmen.  

Mit einem Wort: es geht für den Standort um die richtige Justierung seines Navigationssystems.

 

  Die Kommerzialisierung des Internet hat ganze Bereiche des Lebens digitalisiert: in einer überwachten Welt werden Bürger zuallererst als Konsumenten wahrgenommen.  

So manchem haben die Snowden-Enthüllungen erstmals die Augen geöffnet: der Internetspezialist J. Lanier spricht von der „Komplettüberwachung einer ganzen Gesellschaft, ihrer Kommunikation, ihrer Gemütsverfassung, ihrer Gesichter, ihres Konsums“.

 

Nur wenige können sich hiervon völlig lösen und freimachen: denn der Nichtgebrauch digitaler Technologien birgt die Gefahr, sich vom gesellschaftlichen Leben ganz oder teilweise abzunabeln und auszuschließen. Der unübersehbare Warnhinweis: Big Data könnte ein Spiel mit der menschlichen Existenz sein. Ein Spiel, dessen Regeln man nicht kennt und die im Dunkeln wirken.  

Ein Horror-Szenario: 

ein Facebook-Login ersetzt den Pass 

ein Facebook-Profil hat mehr Wirklichkeit als sein Gegenpart aus Fleisch und Blut.  

Die Grenzen zwischen dem „wahren“ Ich eines Menschen und seinem digitalen Zwilling im Netz verschwimmen zusehends und fließen ineinander

  

 Nach einer zwar gewagten, aber durchaus öfter zu hörenden These müssen die Menschen in einer Zeit, in der die Entwicklung künstlicher Intelligenz voranschreitet und KI-Systeme besser Schach, Go oder Poker spielen als der Mensch, ihre biologische mit maschineller Intelligenz verschmelzen, um nicht überflüssig zu werden. „Computer kommunizierten mit einer Datenübertragungsrate von einer Billion Bits pro Sekunde, während der Mensch nur mit einem Tempo von zehn Bits pro Sekunde unterwegs sei. Eine Breitbandverbindung vom Gehirn zu einem Computersystem könne helfen, eine Symbiose zwischen menschlicher und maschineller Intelligenz herzustellen“.

Dipl.Kfm. Jörg Becker - Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker - Friedrichsdorf

Thematisiert wird u.a. die Frage: Fachartikel in einer herkömmlichen Fachzeitschrift oder in einem Open-Access-Internetjournal publizieren (Vgl. FAZ 04/13 „Freibier für alle ! Aber wer schenkt aus?“   

Was macht eine Fachpublikation aus ? Es ist das richtige Zusammenführen einzelner Wissens-Komponenten.

Es kommt auf das Veredeln an, d.h. auf das gezielte Auswählen relevanter Daten. Auf das Identifizieren, Bewerten, Aufbereiten und Anreichern. Erst aus diesem Zusammenspiel entsteht ein Ergebnis mit werthaltiger Information

 

Es besteht die Gefahr, dass das Internet an seiner eigenen Informationsfülle erstickt.  

Themen, bei denen es weniger auf brandheiße, quasi im Sekundentakt zu verbreitende "Neuigkeiten" oder Schlagzeilen ankommt, sondern eher das über Zeiträume hinweg geduldige Beobachten samt qualifizierter Aufbereitung der gesammelten Informationen im Vordergrund steht. 

Auch langjährig bestehende Online-Texte können vor diesem Hintergrund noch ihre Berechtigung beanspruchen. Wie ein guter Wein entfalten sie ihre volle Reife erst mit der Zeit und werden trotz ihrer anfänglichen Unscheinbarkeit dann doch noch wahrgenommen. 

 Eine Situation wird unüberschaubar, wenn sie sich auf mehr Elemente und Variablen bezieht, als die Informationsverarbeitungskapazität des Handelnden fassen kann. Die Vernetztheit einer komplexen Situation wird dadurch deutlich, dass die einzelnen Variablen jeweils von vielen anderen beeinflusst werden und ihrerseits selbst wieder viele andere beeinflussen. In solchen Netzen muss man stets damit rechnen, dass Handlungen jenseits der beabsichtigten Wirkungen noch weitere Konsequenzen haben (die der ursprünglichen Absicht teilweise auch zuwiderlaufen können). Eigendynamik einer komplexen Situation bedeutet, dass sich die Dinge auch ohne steuernde Eingriffe von außen selbständig fortentwickeln können.

Becker: Beherrschung der Komplexität
Becker: Beherrschung der Komplexität

Das Management steht vor der Herausforderung, eine ausgewogene Balance herauszufinden zwischen:

a) einerseits Beherrschung der Zunahme an Komplexität von IV-Systemen;

b) andererseits Optimierung der Informationsauswahl zur Reduktion von Komplexität. Die Trennlinie zwischen ausufernden Datensammlungen und relevanten Informationen lässt sich immer nur speziell auf das jeweilige Unternehmen hin bestimmen.

 In der Fabrik von heute, morgen sollen reale und virtuelle Welt Schritt für Schritt miteinander verschmelzen: in einer solchen „smart factory“  werden Maschinen miteinander vernetzt, auch mit allen Teilen, die sie bearbeiten sollen. Inmitten einer sich auch hier aufbauenden Datenflut steht der Mensch, der alle diese Prozesse überwachen soll: solche Wege in eine vernetzte Zukunft bringen eine Komplexität mit sich, die beherrscht werden muss. Auch hier dürfte sich wieder jene Zweiteilung einstellen: Menschen, die Computern sagen, was zu tun ist und Menschen, denen Computer sagen, was sie zu tun haben. Die Entwicklung von Lebenszeiteinkommen könnte wohl in exakter Korrelation zu diesen beiden Gruppen verlaufen.

 Analoge Techniken und Digitaltechniken wachsen immer schneller zusammen. In der vernetzten Produktion muss man beides (gleich gut) beherrschen. Zusätzlich kommt die zunehmende Geschwindigkeit hinzu: dauerten früher in der analogen Welt Neuentwicklungen oft Jahre, schrumpft die Zeit zwischen Idee und Markteinführung (oft auf nur Monate) zusammen. Die Meinung ist zu vernehmen, dass in disruptiven Industrien (in denen bestehende Strukturen zerrissen werden) vor allem branchenfremde Wettbewerber eindringen (Apple in die Uhrenbranche, Samsung in die Lampen- und Leuchtenindustrie, Amazon in die Buchbranche). Eine weitere große Gefahr geht für traditionelle Unternehmen (Beispiel Banken) von jungen Start-ups aus. Der digitale Wandel bereitet den Weg für innovative Produkte und Dienstleistungen, kürzere Produktlebenszykluszeiten und damit für völlig neue Geschäftsmodelle.

Ein Standort-Eignungsnachweis ist eine Grundvoraussetzung für die Existenzsicherung und weiteren Entwick-lungsmöglichkeiten von Firmen. Die ihrerseits wie selbstverständlich ihren Berichtspflichten zu den dafür festgelegten Zeitpunkten nachkommen müssen. Sie sollten deshalb darauf achten, dass auch der Standort ihnen von Zeit zu Zeit in Form eines Rechenschaftsberichtes nachweist, dass er für sie auch weiterhin geeignet ist. Die Kommunalverwaltung mit ihren verschiedenen Funktionen der Wirtschaftsförderung wird im Normalfall immer darum bemüht sein, diesen Wünschen eines Gewerbesteuerzahlers zu entsprechen. Das Unternehmen muss aber genau prüfen, ob die ihm zur Verfügung gestellten Informationen auch wirklich alle erfolgsrelevanten Aspekte und Faktoren des Standortes abdecken, welche Informationslücken gegebenenfalls mit eigenen Aktivitäten zu schließen sind und ob es Hinweise gibt, die diesen Standort zwar grundsätzlich geeignet, im Vergleich dazu andere Standorte aber als noch besser geeignet erscheinen lassen. Hierbei spielt eine wesentliche Rolle, welche besonderen Geschäftsprozesse und Sachverhalte von Einzelfall zu Einzelfall die individuellen Standortanforderungen des Unternehmens bestimmen.  

 Mit der digitalen Revolution des Netzes stehen alle an einem Wendepunkt technologisch-gesellschaftlichen Wandels: es geht um den Eintritt in die Risikozone digitaler Technologien. Die Hürden der klassischen Programmierung von Computern sind hoch und nach wie vor wohl eher IT-Spezialisten vorbehalten. Trotzdem ist Programmieren eigentlich nicht mehr als das Lösen von Aufgaben und die hierbei vorgenommene Übersetzung eigener Gedanken  IT- und Programmierwissen eröffnet Möglichkeiten darüber nachzudenken, welche Dienste man wie nutzen könnte oder sollte 

schützt davor, zu sorglos mit IT-Geräten, Apps und Daten umzugehen 

stärkt das Bewusstsein, wo welche Daten wie anfallen und gespeichert werden könnten.

 Wie messen Menschen Risiken ? Warum investieren manche mehr als anderer? Warum ändern Leute ihre Strategie, wenn sich die Einsätze in einem Spiel ändern ? Eine komplexe Umwelt zwingt uns, Entscheidungen zu treffen, die ein Verständnis (eine Bewertung) von Risiko voraussetzen. Auf der einen Seite haben viele Menschen ihr Bewusstsein für Risiken geschärft, auf der anderen Seite gehen viele mit Risiken mit einer Art kollektivem Schulterzucken um. Viele Risikoarten, denen man ausgesetzt ist, werden als solche nicht erkannt, zumindest aber nicht wahrgenommen. Denn Entscheidungen über zukünftige Ereignisse muss man trotz aller Unsicherheiten treffen.

Gemaltes Leben - (Hrsg. Jörg Becker)
Gemaltes Leben - (Hrsg. Jörg Becker)

 Allgemein wird die Realitätsferne von Modellen kritisiert. Man habe den Realismus schlichtweg auf dem „Altar der mathematischen Reinheit geopfert“. Und gerade der Mangel an intellektueller Vielfalt war es, der sich in der Krise gerächt habe: „denn das einzige Anbauprodukt der Ökonomen habe eine Missernte produziert“. Es sei falsch, nur immer jenen „Homo oeconomicus“ im Blick zu haben, der „kühl und rational sämtliche verfügbaren Optionen abwägt, mit Wahrscheinlichkeiten multipliziert und über sein komplettes Leben seinen Nutzen maximiert“.

 Die Fähigkeit mit Wissen oder Nichtwissen umzugehen ist ein Indikator für Differenzierungsfähigkeit. Fachwissen ist immer enger mit Partikularinteressen verknüpft: immer seltener findet man kompetente Beratung, die nicht durch interessengeleitete Tätigkeiten vorgeprägt ist (deutliches Anzeichen sind u.a. Lobbyisten im Umfeld der Politik).Bildung und Wissensvermittlung sind zu sehr auf Wissen und zu wenig auf Verstehen angelegt: allen komprimiert in immer kürzere Zeiteinheiten gepackt. Verfachlichung und Komplexität vieler Lebensumstände stellen neue Anforderungen an die Kommunikation. Gebraucht wird eine Vielfalt von Denkrichtungen mit unterschiedlichen Kapazitäten des Wissens und Verstehens: ein breiter Fragehorizont muss erhalten bleiben.

 Im Laufe der Zeit hat sich in der Welt mehr Wissen angesammelt, als irgendjemand irgendwann lesend bewältigen könnte. Beruhigend (und bedrohlich) wird versichert, dass das Internet nichts vergisst und auf ewig dort alles seinen Platz finde. Auf der einen Seite: die Angst vor Informationsverlust. Auf der anderen Seite: die Angst vor dem overload, der Informationsüberschwemmung: die Lobpreisung vom zukünftigen, grenzenlosen, selbstverwalteten, digitalen Paradies gepaart mit düsteren Untergangsszenarien. Dies alles lässt sich gleichzeitig, in Echtzeit und vor dem Hintergrund von Schlagworten empfinden, wie beispielsweise: Zukunft der wissenschaftlichen Kommunikation, selbstorganisiertes Wissen im Internet, Schwärme neuer Bücher. Digitale Kanäle, die zur Sintflut anwachsen und bestehende Strukturen unterhöhlen, wolkenförmige Nicht-Identität.

Bernard Charoy
Bernard Charoy

 Wissensmanagement – von der Präsentations-Beratung zur Ideen-Beratung  

Was für schöne Zeiten: lang, lang ist´s her. Als Berater ihre Auftraggeber noch mit Präsentationsfolien und Kalkulationsblättern beeindrucken konnten.  Wie stolz waren in den 70er Jahren Berater auf ihre mit Powerpoint und Excel demonstrierten Fähigkeiten.  

Solche klassischen Geschäftsmodelle stoßen an ihre Grenzen.

  

Umdenken tut not: auch Berater unterliegen Gesetzen des Change Management.

  

Manche, auch internationale, Berater verkünden daher das Beschreiten neuer Wege.  So wollen einige ihren üblichen Beraterhabitus ändern: indem sie beispielsweise nicht nur vielversprechende Startups aufspüren, sondern auch selbst neue Geschäftsideen entwickeln und vermarkten.  Dem folgen gegebenenfalls auch Änderungen bei einer bislang üblichen Honorierung nach Tagessätzen: beispielsweise in Form von Lizenzgebühren, Umsatzbeteiligungen u.ä.  

Begleitet werden könnte das Ganze von manchmal noch belächelten Wissensbilanzen sowie hieraus weiterentwickelten Standortbilanzen und Personalbilanzen

 

 Soziale Netzwerke bieten eine aus vielen Millionen Nutzern (Probanden ?) aufgebaute Infrastruktur und ideale Versuchsfelder, um herauszufinden, wie personalisierte Nachrichten funktionieren (welche wirken und welche nicht): in per Echtzeit datengetriebenen Gesellschaften können sich Sozialwissenschaften quasi neu erfinden. Ganz Euphorische sehen eine Welt vor sich, in der in einem System ständiger Überwachung schlechte und irrationale Entscheidungen vermieden werden, wenn man nur das Verhalten durch personalisierte Nachrichten entsprechend zu steuern vermag: „schlechte Angewohnheiten“ könnten in Echtzeit aufgespürt, analysiert und korrigiert werden.

 Obwohl eine Managementkultur auf einer Vielzahl von Grundannahmen, Werten und Normen basiert, bleibt ein Großteil von ihr weitgehend unsichtbar: sichtbar ist nur die Spitze des Eisbergs (aus Strukturen, Prozessen, Verhalten und Kommunikation). Entscheidend sind aber auch die informellen Kommunikations- und Entscheidungswege, die sich aus keinem Organigramm herauslesen lassen. Zu den wichtigsten Kulturelementen zählen: Veränderungsbereitschaft, Führungsstil, Organisationsform, Zielorientierung, Werte, Grundsätze. Ein Unternehmen sollte deshalb immer bestrebt sein, seine Schlüsselpositionen mit Mitarbeitern zu besetzen, die nicht nur fachlich hochqualifiziert sind, sondern die angestrebte Managementkultur auch am besten verkörpern können. Beurteilungs- und Auswahlprozesse sollte dahingehend angepasst werden.

 Wenn Daten das Erdöl des 21. Jahrhunderts sind, darf man mit diesen genauso wenig verschwenderisch umgehen, sondern muss ihre Potenziale ausschöpfen. In Daten liegen noch viele ungehobene Schätze. Vor allem kommt es darauf an, nicht nur den ökonomischen Interessen zu folgen, sondern unabhängig hiervon mögliche Gefahren und Risiken ungebremster Datensammlungen zu identifizieren und eine ergebnisoffene Abwägung von Kosten und Nutzen, von Stärken und Schwächen sowie von Risiken und Chancen vorzunehmen.

 Suchmaschinen sollen nach dem Willen der Internetgemeinde keinesfalls verschwinden (man will ja gefunden und beachtet werden), sondern allenfalls so algorithmengesteuert arbeiten, dass die eigenen Profile noch heller und in einem maximal günstigen Licht erscheinen. Je weiter aber die Exploration von Daten ungehindert voranschreitet, desto wertvoller werden die dabei abgesaugten Datensätze, desto eher entdecken die von allen so geliebten Suchmaschinen im Gewesenen vielleicht doch das bereits Zukünftige: desto mehr werden die neuen Bodenschätze der digitalen Revolution vielleicht zum unkontrollierten Machtfaktor

 

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