J. Becker Denkstudio

Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf

Wissensmanagement – Big Data ist nicht Big Wissen.

Reduktion der Komplexität:

man muss gründlich nachdenken, um aus der schieren Datenflut wirklich benötigtes Wissen herauszufiltern

Bildung Wissen - Gibt es eine Vermachtung und Re-Feudalisierung des kommunikativen Raumes?

 

Die Begriffe "Vermachtung" und "Re-Feudalisierung" des kommunikativen Raumes beziehen sich auf die Konzentration von Macht und die Rückkehr zu hierarchischen Strukturen in der Kommunikation, ähnlich den gesellschaftlichen Verhältnissen im Feudalismus. Dies steht im Gegensatz zur ursprünglich egalitären Idee des Internets als Raum für freie Meinungsäußerung und Austausch.

 

Aspekte der Vermachtung und Re-Feudalisierung

 

Machtkonzentration bei Plattformen:

  • Wenige große Technologieunternehmen wie Meta (Facebook, Instagram), Alphabet (Google, YouTube), und X (ehemals Twitter) dominieren die digitale Kommunikation.
  • Diese Plattformen kontrollieren Algorithmen, die bestimmen, welche Inhalte sichtbar sind, und beeinflussen somit den öffentlichen Diskurs.

Algorithmische Hierarchisierung:

  • Algorithmen priorisieren Inhalte basierend auf Engagement-Metriken, was oft polarisierten oder extremen Positionen mehr Sichtbarkeit verschafft.
  • Dadurch wird der Kommunikationsraum nicht neutral, sondern durch ökonomische Interessen gesteuert.

Privatisierung des öffentlichen Diskurses:

  • Plattformen fungieren als privatwirtschaftliche Akteure, die Nutzungsbedingungen diktieren und Inhalte zensieren können, oft ohne Transparenz.
  • Dies entspricht einer Form von „Feudalherrschaft“, bei der Nutzer auf das Wohlwollen der Plattformbetreiber angewiesen sind.

Influencer und Gatekeeper:

  • Einzelne Personen oder Gruppen (z. B. Influencer, Meinungsmacher) fungieren als neue Gatekeeper, die die Aufmerksamkeit und Narrative in sozialen Medien kontrollieren.

Fallbeispiele

 

Elon Musks Übernahme von Twitter:

  • Nach der Übernahme von Twitter durch Elon Musk gab es Berichte über veränderte Priorisierungen von Inhalten sowie eine Rückkehr zuvor verbannter Accounts. Entscheidungen wurden oft einseitig getroffen und nicht transparent kommuniziert.

Facebook-Cambridge-Analytica-Skandal:

  • Der Skandal zeigte, wie persönliche Daten genutzt wurden, um politische Kampagnen zu beeinflussen und bestimmte Zielgruppen gezielt zu manipulieren. Dies ist ein Beispiel für die Macht der Plattformbetreiber und deren Eingriff in demokratische Prozesse.

Zensur und Deplatforming:

  • Beispiele wie die Sperrung des Accounts von Donald Trump auf verschiedenen Plattformen nach dem Sturm auf das Kapitol 2021 verdeutlichen die Macht der Plattformen, den Zugang zu ihrem kommunikativen Raum zu kontrollieren.

TikTok und staatliche Einflussnahme:

  • TikTok wird häufig beschuldigt, Inhalte entsprechend den politischen Interessen Chinas zu moderieren. Dies wirft Fragen über staatlichen Einfluss auf Plattformen auf.

Konzentration im Nachrichtenbereich:

  • In vielen Ländern dominiert ein kleines Oligopol an Medienunternehmen den Zugang zu Informationen, wodurch alternative Stimmen marginalisiert werden.

Implikationen

  • Die zunehmende Vermachtung und Re-Feudalisierung des kommunikativen Raumes gefährdet die Meinungsfreiheit und den demokratischen Diskurs.
  • Ein möglicher Ausweg könnte in der Schaffung dezentraler Plattformen und einer stärkeren Regulierung durch unabhängige Institutionen liegen.

 

 

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