Nur wer fällt, kann auch wieder aufstehen: gerade die zwar schmerzhafte, nichtsdestotrotz wichtige Erfahrung der Niederlage versuchen viele Eltern ihren Kindern zu ersparen. Das Ziel solcher Bemühungen: Schaffung eines menschlichen Premiumproduktes für die spätere Karriere. Der Raum für Durchschnittlichkeit, Schwäche oder Verletzlichkeit schrumpft, d.h. die Möglichkeit des Scheiterns wird ausgeblendet, ist einfach nicht mehr vorgesehen. Schulerfolge werden eher in kleinen, dafür aber nachhaltig untermauerten Schritten erreicht. Lernerfolge fallen in der Gruppe leichter als in der Rolle des Einzelkämpfers.
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Positives und erfolgsorientiertes Denken helfen beim Lernen ebenso wie im späteren Beruf. Prüfungsängste können lähmen und bis zur Leistungsverweigerung führen: die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung hilft manche Klippen zu umschiffen. Was die oftmals für Misserfolge verantwortlich gemachten Lehrer betrifft: wie beim Fußball ist auch bei ausbleibenden Schulerfolgen nicht immer nur der Trainer schuld. Einst wurde Schrift erfunden, „um Sprache vom Sprecher unabhängig durch Zeit und Raum zu transportieren“. Heute fristet Schreibschrift als persönliches Steckenpferd eher ein Nischendasein auf Einkaufszetteln, Glückwunschkarten, Speisekarten oder ähnlich profanen Dingen. Im Angesicht von Tastatur und Display wird die Schreibschrift von vielen als Fähigkeit betrachtet, die man nicht mehr braucht. Füllfederhalter und Stift seien nicht mehr als nostalgische Relikte. Alles Schreiben geschieht mehr oder weniger maschinell, allenfalls noch als Notizen in Form von Druckbuchstaben. Nur: eine dermaßen bewährte Kulturtechnik wie die der Schreibschrift wird wohl nicht so einfach mir nichts dir nichts aus der Welt verschwinden und wegen iPads oder anderer digitaler Gerätschaften ersatzlos gestrichen werden.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.