J. Becker Denkstudio

Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf

Wissensmanagement – Big Data ist nicht Big Wissen.

Reduktion der Komplexität:

man muss gründlich nachdenken, um aus der schieren Datenflut wirklich benötigtes Wissen herauszufiltern

 

 

  https://www.isbn.de/buecher/suche/J%C3%B6rg+Becker+BoD?autor=J%C3%B6rg+Becker&verlag=BoD+%E2%80%93+Books+on+Demand

 

Gymnasium als Zuteilungsapparatur für Lebenschancen

Unter der Last der Verantwortung für imaginäre Zukünfte: Während damals noch 70 Prozent die Hauptschule besucht hatten, geht heute die Mehrheit der Schulbevölkerung auf Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen. Also alles bestens? Ein unbestreitbarer Gewinn, die Bildungschancen werden nicht mehr nur von einer schmalen „Elite“ genutzt, sondern werden breiter verteilt. Vor allem die Möglichkeiten der weiterführenden Bildung und des Studiums wurden mit den Jahren erheblich ausgeweitet. Die Zusammensetzung der Schulbevölkerung hat sich heute in einem Maß verändert, das damals (z.B. 1963) kaum vorstellbar gewesen wäre.

 

https://www.rheinmaingeschichten.de/bildung-wissen/

 

Inzwischen gibt es an allen Universitäten das Fach „Deutsch als Fremdsprache“. Also damals alles schlechter? Zwischen damals (1963) und heute liegen bewegte Bildungszeiten. In denen man wie gebannt auf den Mangel an Abiturienten und Studenten starrte. Bildung zum Selbstzweck und Muße eines Schullebens als Eigenrecht wurden verpönt und dem strikten Diktat einer Bildungsrendite untergeordnet: Schule muss sich lohnen, „was bringen“. Schulen wurden zum Verantwortungsträger für sozialen Aufstieg oder Abstieg gemacht und als „Zuteilungsapparatur für Lebenschancen“ mehr und mehr verrechtlicht. Mit fortschreitender Industrialisierung und Arbeitsteilung gerieten autoritäre Erziehungsmethoden ins Abseits, da Selbständigkeit für den Arbeitsmarkt immer wichtiger wurde. Mit der Gegenbewegung der antiautoritären Erziehung schlug darauf das Pendel heftig in die andere Richtung aus und bewirkte auch dort so manche Klagen über Fehlentwicklungen. Bei Erziehungsmethoden scheint es wie mit Religionen zu sein: es gibt keinen objektiv richtigen Weg. Die neuen Schlagworte bemühen nunmehr Bilder vom Helikopter und Curling. Es heißt, dass sich Schulerfolge zu ca. 40 % durch Intelligenz, ca. 30 % durch Motivation, Lern- und Leistungsbereitschaft, ca. 20 % durch Qualität des Unterrichts und zu ca. 10 % durch restliche Faktoren erklären lassen. Demnach hätten ca. 60% des Schulerfolges Ursachen, die in keinem direkten Zusammenhang mit Intelligenz im engeren Sinne stehen. 

 

Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.

 

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