J. Becker Denkstudio

Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf
Dipl.Kfm. Jörg Becker Friedrichsdorf

Wissensmanagement – Big Data ist nicht Big Wissen.

Reduktion der Komplexität:

man muss gründlich nachdenken, um aus der schieren Datenflut wirklich benötigtes Wissen herauszufiltern

 

 

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Lesebogen Wirtschaftsbildung Storytelling- Warum treffen kluge Menschen überhaupt falsche Entscheidungen?

Weil „klug sein“ und „gut entscheiden“ zwei verschiedene Dinge sind. Intelligenz hilft beim Verstehen – aber Entscheidungen entstehen unter Druck, Unsicherheit und Emotionen.  

Der Verstand ist kein neutraler Rechner 

Unser Denken folgt systematischen Verzerrungen. Ein klassisches Beispiel aus der Behavioral Economics ist: 

  • Overconfidence (Übervertrauen):
    Je mehr jemand weiß, desto eher glaubt er, noch besser zu wissen, was passiert.
     

Ironischer Effekt: Kompetenz kann Selbstüberschätzung verstärken.  

Emotionen schlagen Logik – besonders bei Geld 

Angst und Gier wirken stärker als rationale Modelle. In der Dot-com bubble haben viele kluge Investoren weiter gekauft – obwohl sie wussten, dass Bewertungen irrational waren. Warum? Weil „alle anderen auch gewinnen“.

 

Falsche Anreize führen zu falschen Entscheidungen 

Menschen entscheiden nicht nur nach Wahrheit, sondern nach: 

  • Karriere
  • Boni
  • Anerkennung 

In vielen Organisationen wird richtig liegen langfristig weniger belohnt als kurzfristig gut aussehen. 

Komplexität überfordert – auch Experten 

Die Welt ist nicht vollständig berechenbar: 

  • Märkte
  • Politik
  • Technologien 

Selbst Experten unterschätzen, wie viel sie nicht wissen. 

Ein Beispiel: die Global Financial Crisis
Viele hochintelligente Akteure haben Risiken verstanden – aber das Gesamtsystem falsch eingeschätzt.

 

Narrative sind stärker als Daten 

Menschen denken in Geschichten, nicht in Wahrscheinlichkeiten. 

  • „Diese Aktie verändert die Welt“
  • „Diese Strategie ist sicher“ 

Solche Geschichten sind überzeugender als nüchterne Statistik. 

Rückschaufehler verzerren das Lernen 

Nachher wirkt alles logisch. Man schreibt Erfolg oft sich selbst zu und Misserfolg dem Zufall.
So entstehen keine echten Lernprozesse. 
 

Zeitdruck und Unsicherheit 

Viele Entscheidungen müssen getroffen werden: 

  • ohne vollständige Informationen
  • unter Druck
  • mit echten Konsequenzen 

Das begünstigt Vereinfachungen – und Fehler. 

Die zentrale Erkenntnis: Kluge Menschen scheitern nicht am Denken – sondern am Entscheiden unter realen Bedingungen. 

 

Was gute Entscheider anders machen: 

  • Sie trennen Prozess und Ergebnis
  • Sie denken in Wahrscheinlichkeiten, nicht in Gewissheiten
  • Sie planen Fehler ein („Was, wenn ich falsch liege?“)
  • Sie begrenzen Verluste konsequent 

Formel: Fehlentscheidungen = Intelligenz – Selbstkontrolle – Demut gegenüber Unsicherheit 

 

Wenn die Risikointensität steigt, funktioniert „mehr vom Gleichen“ fast nie. Klassische Planung wird brüchig, weil Unsicherheiten nicht mehr nur Störungen sind, sondern das System selbst prägen. Strategisch kluges Handeln bedeutet dann vor allem: anpassungsfähig werden, ohne beliebig zu werden.

 

Ein hilfreicher gedanklicher Rahmen ist die Risikodiversifikation. Statt alles auf eine Karte zu setzen, verteilst du Optionen – nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch, technologisch und persönlich. Das reduziert nicht das Risiko an sich, aber die Verwundbarkeit.

 

Gleichzeitig gewinnt das Denken in Szenarien an Bedeutung. Methoden wie die Szenarioanalyse helfen, mehrere mögliche Zukünfte parallel mitzudenken. Entscheidend ist dabei nicht, „richtig vorherzusagen“, sondern vorbereitet zu sein. Wer drei plausible Zukünfte durchdacht hat, reagiert schneller und ruhiger.

 

Ein weiterer Schritt ist, gezielt Robustheit aufzubauen. Das Konzept der Resilienz bedeutet, Systeme so zu gestalten, dass sie Störungen nicht nur aushalten, sondern sich daran anpassen können. Das kann Redundanz bedeuten (z. B. mehrere Lieferanten), aber auch mentale Flexibilität oder liquide Reserven.

 

Noch weiter geht die Idee der Antifragilität: Systeme so zu gestalten, dass sie von Unsicherheit profitieren. Kleine, kontrollierte Risiken einzugehen (Experimente, Pilotprojekte), kann helfen, aus Volatilität Lerngewinne zu ziehen, statt von ihr überrascht zu werden.

 

Praktisch heißt das oft: 

  • Entscheidungen modular treffen (reversibel statt endgültig)
  • Frühindikatoren definieren (wann kippt eine Entwicklung?)
  • Optionen offenhalten (nicht alles gleichzeitig festlegen)
  • Geschwindigkeit vor Perfektion setzen (iteratives Vorgehen)

 

Digitale Kompetenz 

  • Bedeutung: Im Zeitalter der Digitalisierung ist es wichtig, dass schon Schüler lernen, digitale Werkzeuge sicher und effektiv zu nutzen.
  • Beispiel: Der Umgang mit Computerprogrammen, das Erstellen von Präsentationen und das Verständnis grundlegender Programmierkonzepte könnten im Unterricht behandelt werden.
  • Späterer Berufserfolg: Fast alle modernen Berufe verlangen zumindest Grundkenntnisse in digitalen Technologien, vor allem in IT- und technologielastigen Berufen.

 

Kreativität und Innovation 

  • Bedeutung: Kreativität ist nicht nur in künstlerischen Berufen wichtig, sondern auch in der Problemlösung und bei der Entwicklung neuer Ideen und Produkte.
  • Beispiel: Kreatives Schreiben, Kunstprojekte oder Design-Challenges können schon Schülern helfen, ihre kreative Denkweise zu fördern.
  • Späterer Berufserfolg: Diese Fähigkeiten sind wertvoll in der Produktentwicklung, im Marketing, in der Unternehmensberatung und überall dort, wo neue Ideen und Innovationen gefragt sind.

 

Und vielleicht der wichtigste Punkt: Risiko ist nicht nur Bedrohung, sondern auch Selektionsmechanismus. Wer es schafft, Unsicherheit nicht zu vermeiden, sondern zu strukturieren, verschafft sich einen echten strategischen Vorteil. 

Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.

 

Karriere-Coaching – es wird ein neues Spiel gespielt 

Verändern müssen sich alle, aber nicht alle müssen alles verändern 

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